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Gesundheit

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  Ernährung der Vorfahren Beitrag #1 (permalink)  
Alt 10.08.2004, 20:09
Benutzerbild von Malvolio
Schoki-Terminator a. D.
 
Registriert seit: 15.09.2004
Beiträge: 856
Standard Ernährung der Vorfahren

Dr. Atkins behauptet in seinem Buch, daß durch die "moderne" Ernährungsweise in den letzten Jahrzehnten (starker Zuckerkonsum, starkes Ansteigen im Verzehr von Junk-Food und kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln, etc.) die Zahl von Krankheiten (z.B. Diabetes) stark gestiegen ist. Diese Beobachtung ist vermutlich auch richtig, aber ich habe trotzdem einige Probleme mit diesem Argumentationsansatz, daß die Ernächrung unsere Vorfahren grundsätzlich natürlicher und gesünder gewesen sein soll. Zunächst habe ich mal einige Daten zusammensgestellt:

Einige geschätzte historische Lebenserwartungen für das Alter 0:

Steinzeit, Nordafrika: 21 Jahre
Römisches Reich: 22 Jahre
männliche Grundbesitzer in England um 1200-1300: 35 bis 30 Jahre
männliche Grundbesitzer in England während der Pest 1350-1400: 18 Jahre
England und Wales (ganze Bevölkerung) 1451-1850: 29 bis 41 Jahre

Für einen im Jahr 2000 in Deutschland geborenen Jungen wurde die durchschnittliche Lebenserwartung auf 74,4 Jahre geschätzt, einem Mädchen wurden 80,6 Jahre vorausgesagt. Die Lebenserwartung ist im Laufe der Menschheitsgeschichte immer weiter gestiegen, seit ca. 1850 allerdings stark beschleunigt. Dies ist vor allem auf verbesserte Ernährung und hygienische Bedingungen zurückzuführen. Noch immer steigt die Lebenserwartung in der Regel mit jedem Jahrgang um etwa drei Monate.

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Lebenserwartung#Entwicklung)


Hieraus ergeben sich für mich folgende provokante Fragen:

1. Wenn die moderne (= kh-reiche) Ernährung so schlecht ist, warum steigt dann die Lebenserwartung bis heute stetig an?

2. Steigt die Anzahl von Krankheiten nicht AUCH automatisch durch das deutlich höhere Alter der Menschen und durch bessere medizinische Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten und bessere medizinische Versorgung? In früheren Zeiten sind die Menschen oft früher gestorben, bevor sie solche Krankheiten entwickeln konnten.


Ich bin durchaus ein Freund der Atkins-Diät und finde viele von Atkins angestellten Überlegungen sehr einleuchtend. Aber hier und da finde ich schon einige Widersprüche, die mir zu Denken geben. Z.B. das die wir uns die Ernährung unserer Vorfahren als Vorbild nehmen sollten. Das wollte ich hier mal zur FREUNDLICHEN Diskussion stellen.
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  Ernährung der Vorfahren Beitrag #2 (permalink)  
Alt 10.08.2004, 21:30
Administrator
 
Registriert seit: 15.09.2004
Ort: Bünde
Beiträge: 1.186
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Standard Ernährung der Vorfahren

Als erstes Argument für die steigende Lebenserwartung möchte ich hier gerne den Bereich der Medizin anführen, und zwar in der Art, dass ich gar nicht näher darauf eingehen möchte - Ich stelle mir lediglich die Frage, wie oft ich wann schon verstorben wäre, ohne jegliche medizinische Versorgung!? Ohne das Wissen der heutigen Zeit!?

Jeder Hautkratzer kann durch eine Infektion zur massiven tödlichen Gefahr werden! Jeder Tierbiss kann das AUS bedeuten....usw. usw.

Dass eine Erklärung für das frühere Versterben innerhalb der Ernährung gesucht werden kann, erscheint mir fragwürdig. Wenn ich mir all unsere Nahrungsmittelzusätze anschaue, kann ich mir durchaus vorstellen, dass unsere Vorfahren das nichtmal ein paar Jahre überlebt hätten!

Ich glaube ohnehin, dass dieser Denkansatz nicht richtig ist. Unsere Vorfahren hatten z. B. Bewegung, wir nicht mehr! Die kürzesten Strecken werden zum Teil mit dem Wagen zurückgelegt. Kann deswegen der Schluss gezogen werden, Bewegung sei ungesund, weil unsere Vorfahren nicht so alt geworden sind? Wohl eher nicht!
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  Ernährung der Vorfahren Beitrag #3 (permalink)  
Alt 11.08.2004, 17:45
Benutzer
 
Registriert seit: 27.09.2004
Beiträge: 51
Standard Ernährung der Vorfahren

Also in der Steinzeit wäre ich definitiv spätestens mit 12 Jahren gestorben. Hatte damals eine schwere Entzündung, wo ohne Penicillin nichts zu machen war. Zum zweiten Mal hätte ich dann mit 25 den Löffel abgegeben, als ich nach einem Stromunfall schon klinisch tot war. Da ich meine Beute vorzugsweise im Supermarkt jage, gehe ich auch nur ein geringes Risiko ein, selber zur Beute zu werden (außer vielleicht der Beute geschickter Marketingstrategen).
Die durchschnittliche Sterblichkeit wird außerdem sehr stark durch die früher sehr hohe Kindersterblichkeit in den ersten Jahren krass verfälscht. Wer als Steinzeitmensch aus dem gröbsten raus war, der hatte durchaus eine Chance, ein mit heute vergleichbares Alter zu erreichen. Und das ohne die heute bekannten Zivilisationskrankheiten!
Die Ernährung der Menschheit als ganzes hat sich definitiv verbessert! Wenn du vor die Wahl gestellt wirst, KH-Dreck zu futtern oder zu verhungern, dann ist der KH-Dreck für dich schon eine große Verbesserung deiner Ernährungssituation! Denn leider verhungern auch heute noch sehr viele Menschen!
Eine interessante Seite:
http://www.paleofood.de/
Gruß
Albert
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  Ernährung der Vorfahren Beitrag #4 (permalink)  
Alt 14.08.2004, 02:13
Benutzerbild von Birgit
alter Hasi
 
Registriert seit: 15.09.2004
Ort: Berlin
Beiträge: 90
Standard Ernährung der Vorfahren

Hallo Malvolio,

die geringe Lebenserwartung kann viele, viele Gründe haben:

1. wurden wir ja auch gejagt, und waren ab und an Futter für Tiere
2. wie schon erwähnt, Unfälle mit Todesfolge (Entzündungen, verbluten)
3. Verhungern, weil nichts gejagt -oder während des Winters
4. Krankheiten wegen einseitiger Nahrung (wir haben ja auch unter Low Carb irre große Auswahl, die Steinzeitler sicher nicht)
5. Vor anderen Menschen getötet (viele Kriege, Futterneid, Kämpfe um das Häuptlingsrecht.....
6. Römisches Reich - im Krieg verheizt, den Löwen vorgeworfen (im Circus), zu Tode gefressen (Völlerei)
7. England - Kriege, medizinische Gründe, evtl. die Ernährung

Mehr fällt mir im Moment nicht ein.

Liebe Grüße - Birgit
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  Ernährung der Vorfahren Beitrag #5 (permalink)  
Alt 14.08.2004, 11:14
Benutzerbild von Malvolio
Schoki-Terminator a. D.
 
Registriert seit: 15.09.2004
Beiträge: 856
Standard Ernährung der Vorfahren

Schon klar. Die Steinzeitmenschen hatten sicher andere Probleme als zu viele Kohlenhydrate zu futtern. Aber es ist ja schon interessant zu beobachten, daß trotz ungesunder Lebensweise und zunehmenden (Zivilisations)krankheiten die Lebenserwartung auch heute (!) immer noch stetig ansteigt. Klar gibt es auch noch eine Reihe anderer Einflüsse als die Ernährung. Aber da liegt ja gerade auch das Problem. So ganz kaufe ich dem guten Robert dieses Argumentationsweise mit der ungesunden Lebensweise durch die moderne Ernährung mit Zucker und Auszugsmehl immer noch nicht ab - bei allen sonstigen einleuchtenden Argumenten.
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  Ernährung der Vorfahren Beitrag #6 (permalink)  
Alt 14.08.2004, 17:44
Atkinfan
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard Ernährung der Vorfahren

Schon klar. Die Steinzeitmenschen hatten sicher andere Probleme als zu viele Kohlenhydrate zu futtern. ... So ganz kaufe ich dem guten Robert dieses Argumentationsweise mit der ungesunden Lebensweise durch die moderne Ernährung mit Zucker und Auszugsmehl immer noch nicht ab - bei allen sonstigen einleuchtenden Argumenten.


Hallo Malvolio

es ist nicht nur die These von Dr. Atkins. Wenn Dich das Thema sehr interessiert, solltest Du Dich mit Dr. Worms mal beschäftigen. Er gibt noch andere Ansatzpunkte, die mir persönlich sehr einleuchtend und logisch sind. Er setzt sich außerdem mit der Anatomie und Physilogie des Verdauungstraktes von Fleisch-und Pflanzenfressern auseinander.
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  Ernährung der Vorfahren Beitrag #7 (permalink)  
Alt 14.08.2004, 20:36
Benutzerbild von Moppelchen1968
zw. II und III zum Ziel
 
Registriert seit: 15.09.2004
Ort: Südbayern
Beiträge: 1.205
Standard Ernährung der Vorfahren

Schon klar. Die Steinzeitmenschen hatten sicher andere Probleme als zu viele Kohlenhydrate zu futtern. Aber es ist ja schon interessant zu beobachten, daß trotz ungesunder Lebensweise und zunehmenden (Zivilisations)krankheiten die Lebenserwartung auch heute (!) immer noch stetig ansteigt. Klar gibt es auch noch eine Reihe anderer Einflüsse als die Ernährung. Aber da liegt ja gerade auch das Problem. So ganz kaufe ich dem guten Robert dieses Argumentationsweise mit der ungesunden Lebensweise durch die moderne Ernährung mit Zucker und Auszugsmehl immer noch nicht ab - bei allen sonstigen einleuchtenden Argumenten.
Hallo Malvolino,
ich beschäftige mich viel mit Statistiken und ich denke, da liegt auch eine Erklärung begraben. Zum einen wird in die durchschnittlichen Lebenserwartungen meines Wissens auch die Kindersterblichkeit eingerechnet und natürlich auch alles ganz ganz alten. Die Diskussion der "Überalterung" der Gesellschaft, die ja auch zu den ganzen politischen Diskussionen führt, übersieht nämlich eines. Klar es gibt immer mehr Menschen über 100, aber die jüngeren Menschen (30 bis 50) sterben immer mehr an Zivilisationskrankheiten wie Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen, bedingt durch die Schnelllebigkeit unserer Gesellschaft und damit verbunden auch Stress und falsche Ernährung sowie zu wenig Bewegung.
Und wenn ich mir anschaue, wie viele Menschen über 100 leben, ich weiß nicht, ob ich mal so leben möchte. Die Oma eines Bekannten ist 104 Jahre alt geworden im April, besteht nur noch aus Haut und Knochen und liegt seit über 10 Jahren im Pflegeheim. Es steht mir nicht zu, zu sagen, ihr Leben ist nicht lebenswert, aber ich möchte nicht an ihrer Stelle sein.
Interessant war ein Bericht über ein Dorf auf einer Insel, die Japan vorgelagert ist (leider vergessen). Dort werden die Menschen alle über Hundert. Sie ernähren sich dort wohl vorwiegend von Beeren, einer bestimmten Gurkensorte, Algen und selbstgefangenem Fisch nach alter Methode (mit Hand und Kescher) sowie mal Hasen oder so. Dort hat man festgestellt, dass die jungen Menschen, die in die Großstadt gehen und ihre Ernährung angepasst haben und den Stress angenommen haben, dicker werden und kränker, durch Fastfood und Süßkram. Die Alten (da war eine Frau dabei, die war 120, das war irre) versuchen nun, den Enkeln, die durch die gestressten Großstadteltern auch zur Überdickung neigen, beizubringen, wie man richtig isst. Was dort auch noch ein Faktor zu sein schien, war die Dorfgemeinschaft. Dort wird regelmäßig gemeinsam getanzt (ich empfand die Musik als meditativ), gesungen und gekocht. Die Kinder essen dann zuerst und dann die anderen. Kein Mensch wird dort einsam alt. Es war faszinierend mit anzusehen, wie glücklich diese Menschen sind und wie vital, körperlich und geistig. Ernährungswissenschaftler haben da wohl einige Studien laufen, Zwischenergebnis war, dass sie durch die entsprechenden Mengen an Omega 3 Säure durch den Fisch und die Vitamine aus Beeren und dieser Gurke (die wohl leicht bitter schmeckt) zusammen mit dem Jod aus den Algen alles bekommen, was einen gesund erhält.
Ich habe mir nur gedacht: Na bitte: KH-arme Ernährung, denn wenn es eine Art Gurke ist, dann könnens nicht viele KH sein. Und den Gegenbeweis treten ja deren Kinder an, die in der Großstadt die gleichen Krankheiten bekommen, wie wir hier im Westen.
Ich bin übrigens der festen Meinung, dass sich die Bevölkerungsprognosen irren und die Lebenserwartung für unsere Generation zu hoch angesetzt ist.
Klar haben wir tolle Medizin, aber die kommt doch schon kaum noch nach und der Leistungsdruck unserer Gesellschaft wird immer größer, damit Hektik und schnelllebige Ernährung. Und die technische Entwicklung sorgt für immer weniger Bewegung. Die Nachkriegsgeneration hat glaube ich da noch Vorteile, weil sie durch das Wirtschaftswunder teilweise heute noch den Fleischmangel im und nach dem Krieg ausgleichen. Meine Uroma ist 85 geworden und hat sich vorwiegend von Würsten, Eiern, Braten, selbstgesammelten Beeren und Schwammerl ernährt. Süßkram mochte sie nicht, aber ab und an a Stamperl Klaren. Sie hat jeden Tag ihre Kinderschar zu Fuß besucht, eine ordentliche Strecke.
Meine Oma isst jeden Tag Braten mit Gemüse, ab und zu mal Kartoffeln oder ne Semmel. Süßigkeiten sind, seit mein Opa tot ist, kaum noch da. Ab und an mal Käsekuchen.
Sie hat heftig abgenommen seitdem, sodass ihr die Beinprothese nicht mehr passt; früher hat sie immer gejammert, dass sie zu dick ist. Sie wird 75 dieses Jahr. Der Mann meiner Cousine hat kaum Fleisch gegessen, konnte aber 9 Knödel verdrücken. Er ist 50 und hat seit 10 jahren Diabetes Typ I. Dick war er nie und doch hat er Diabetes bekommen ohne erbliche Vorbelastung.
Dennoch bin ich zum Teil skeptisch, was Atkins`Thesen angeht, weil es ja noch keine Langzeitstudien gibt, was die Ernährungsform angeht. Das wichtigste ist meines Erachtens, dass man dadurch einfach bewusster lebt und man nicht so viel Di-Stress hat, wie andere Diätler, die sich nicht satt essen können oder die gefrustet sind. Denn ein wesentlicher Faktor ist ja wohl auch die Zufriedenheit mit der eigenen Ernährung, denke ich.
Liebe Grüße
Moppelchen
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  Ernährung der Vorfahren Beitrag #8 (permalink)  
Alt 15.08.2004, 05:34
Benutzerbild von Birgit
alter Hasi
 
Registriert seit: 15.09.2004
Ort: Berlin
Beiträge: 90
Standard Ernährung der Vorfahren

Moppelchen hat Recht!

Ihre Beobachtungen stimmen auch mit meinen überein. Mein Bruder hat erhöhte Cholesterin-Werte und trotzdem er sich nach Vorschrift des Doc`s ernährte, ging der Wert eher noch hoch! Doc sagte dann nur noch: Dein hoher Chlolesterinspiegel liegt an deinen Genen! - So ein Blödsinn!!
Beim Bekannten einer Kollegin das gleiche: er war sogar in einer Klinik - und? der Wert ging RAUF !! -Wieder Zuhause und "schlecht" (lt. Ärzte) gegessen und? die Werte gingen RUNTER!
Also kann Atkins nicht falsch sein!

An Moppelchen:
Ich glaube man kann unbeschadet dauerhaft nach Atkins leben, ich habe jedoch für mich entschieden: nach der Abnahme werde ich viel mehr KH-armes Gemüse und Obst essen, andere KH`s auf Dauer weglassen. Weil Fleisch, Fisch, Geflügel, Eier, Quark, Sahne, und Obst und Gemüse reichen wirklich für eine supergesunde Ernährung aus.
Das meiste decke ich jedoch mit Öko-Produkten, da die sehr viel besser schmecken und viel mehr Vitamine und Mineralien sowie Licht enthalten.

Liebe Grüße - Birgit
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