Liebe cassiopeia,
ich habe ja nicht geleugnet, dass es zu Absetzungserscheinungen kommen kann. Wenn man einige Regeln beherzigt (eben das langsame Ausschleichen) kann man das Problem auf ein Minimum reduzieren. Dabei gibt es allerdings noch erhebliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Präparaten. Antidepressiva mit langer Halbwertszeit (z.B. Fluoxetin) schneiden dabei in der Regel besser ab, weil sie sich quasi von selbst ausschleichen.
Es gibt übrigens keine dopaminhaltigen Medikamente, da dieser Stoff die Blut-Hirnschranke nicht überwinden kann. SSRI enthalten ja schließlich auch kein Serotonin, sondern steigen seine Verfügbarkeit im Gehirn.
"Absetzerscheinungen" klingt wesentlich besser als "Entzugserscheinungen" und unsere Pharmaindustrie ist sicher recht kreativ, da gebe ich dir recht. Aber ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen, dass das Absetzen unter Beachtung gewisser Regeln bei den allermeisten kein Problem darstellt. Wenn man sein Medikament allerdings zu früh absetzt, kann es passieren, dass die Symptome der Depression wiederkehren, die manchmal mit Absetz- oder Entzugssymptomen verwechselt werden.
Gruß
Albert
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